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Cova d’es Coloms – Höhle in der Schlucht von Barranc di Binigaus


Die "Sa Cova d´es Coloms" ist eine große und wunderschöne natürliche Höhle in den östlichen Klippen des "Es Barranc de Binigaus".

Der Name, der übersetzt soviel heißt wie Höhle der Tauben, rührt von einer bestimmten taubenähnlichen Vogelart her, die in dieser Höhle lebte. Heute werden diese von professionellen Jägern geschossen. Doch auch früher kamen Leute aus ganz Menorca in die Höhle um diese Vögel zu fangen.

 

 


Auch, wenn die namensgebenden Tiere fast verschwunden sind, ist die Höhle nicht völlig leblos. Zahlreiche Fledermäusen bevölkern die dunklen Nischen und Ecken. Die Wände sind zudem mit seltenen Moosen und Flechten bewachsen, was eine beeindruckende, aber auch ein wenig mystische Atmosphäre schafft.

Die Höhle wird im Sprachgebrauch der Einwohner oft "die Kathedrale" genannt. Die beeindruckenden Maße lassen einen solchen Vergleich durchaus aufkommen: die Felsendecke spannt sich in 24 Meter Höhe und öffnet eine Fläche von über 15 Meter Breite und unglaubliche 110 Meter Länge. Da fühlt man sich als Besucher doch sehr klein.

In den frühen Besiedlungsphasen Menorcas wurde die Höhle von den Bewohnern als heilige Stätte verehrt. Man fand einen Gegenstand aus lang vergangener Vorzeit. Er gleicht dem Horn eines Stieres. Aus der archäologischen Forschung weiß man, dass der Stier Fruchtbarkeitssymbol war, aber auch als Begleiter der Seelen im Tode galt.


In der prähistorischen Gedankenwelt verband man den Ort also einerseits mit Fruchtbarkeit und dem Geheimnis der Geburt. Andererseits aber auch als Tor zur Unterwelt oder einem Ort des Überganges vom Leben zum Tod. Heute geht man davon aus, dass Leben und Tod in Urzeiten eng miteinander verknüpft waren und deshalb aus scheinbar so gegensätzlichen Motiven an ein und derselben Stelle gefeiert werden konnte.


Am Tag der Sonnenwende im Frühling scheint die Sonne direkt in den tiefsten Teil der Höhle. Diese Erscheinung wurde lange als geheimnisvoll und magisch angesehen und kann auch Ursache für die tiefe Verehrung sein, die diesem Platz langezeit entgegen gebracht wurde.

 



Auch heute ist der Ort noch mit mystischen Geschichten und Bedeutungen belegt. Sie soll je nach Eintretendem bindende oder zerstörende Kräfte haben. So heißt es beispielsweise, dass ein Liebespaar, das gemeinsam in die Höhle geht, sich schon bald trennen wird. Gehen aber zwei Fremde zusammen hinein, werden sie ein Leben lang miteinander verbunden sein.


Ob Sie daran glauben oder nicht, einen Besuch und eingehende Erkundung ist das Areal in jedem Falle wert.


Auch heute wird unter dem Dach der Felsenkathedrale immernoch viel gefeiert, wenngleich aus anderen kulturellen Hintergründen. Heute trifft man oft Gruppen junger Spanier, die dort Grillabende veranstalten, singen und Lagerfeuer machen.

 

 

 

Zugang

Eine Besichtigung der Höhle bietet sich mit dem Auto an. Man kann recht nah heran fahren. Da sie jedoch in malerischer Landschaft liegt und in üppige Vegetation eingebettet ist, werden auch gern Wanderungen oder geführte Expeditionen zu Fuss angeboten.


Von Es Migjorn Gran führt eine Strasse an den Strand von San Adeodato. Am Ende der Strasse beginnt ein Weg zum Strand, der in westlicher Richtung an den Klippen entlang führt. Gehen Sie den Weg immer weiter. Er führt durch das Tal und steigt langsam an. Direkt am Ende des Weges liegt der Eingang zur Höhle, mitunter von Büschen und Bäumen verborgen.

 

 




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