Die Stadt Es Castell auf Menorca
Die spanische Stadt Es Castell bildet eine der acht Gemeinden der Baleareninsel Menorca und bietet etwa 7.500 Menschen auf einer Fläche von 12 Quadratkilometern eine Heimat.
Die Stadt liegt im östlichen Teil der Insel am Hafen Mao und gleichzeitig der östlichste Punkt des Landes. Somit ist Es Castell die erste spanische Stadt, in der am Morgen die Sonne aufgeht.
Es Castell bedeutet wortwörtlich übersetzt „die Burg“ und eine große Besonderheit dieser Ortschaft sind ihre zahlreichen Namen. Die Einheimischen bezeichneten das heutige Es Castell als Castello Sant Felip, s’Arrabal de Sant Felip und La Rabal Nova.
Zu Ehren des Königs von England, Georg III, erhielt die Stadt im Jahre 1771 den Namen Georgetown. Später fand eine weitere Umbenennung zu Ehren des spanischen Herrschers Karl III. in Real Villa San Carlos statt.
Bis ins Jahr 1985 lautete der offizielle Name der Stadt Villacarlos, der noch heute hin und wieder gebraucht wird. Seit diesem Zeitpunkt ist Es Castell der Name der östlichen Stadt Spaniens. Diese große Anzahl an Bezeichnungen für ein und dieselbe Stadt stiftet insbesondere bei Touristen immer wieder Verwirrungen und muss daher beachtet werden.
Geschichte
Den Namen Es Castillo verdankt die Stadt der Burg Castillo de San Felipe, in deren unmittelbarer Nähe die ersten Gebäude errichtet wurden. Als die Bauarbeiten an der Burg gegen Mitte des 16. Jahrhunderts fertig gestellt und die Bewaffnung vollständig vollzogen war, kamen immer mehr Siedler in das kleine Hafenstädtchen. So wuchs das damalige s’Arrabal de Sant Felip stetig und wurde zu einem beliebten Wohnort.
Zwischen 1763 und 1782 vertrieb die Herrschaft der Briten die Einwohner von s’Arrabal de Sant Felip aus ihrer Heimat. In sicherer Entfernung gründeten die Bewohner einen den Ort neu und nannten ihn La Rabal Nova.
Im weiteren Verlauf wurde die für den Ort namens gebende Burg von französisch-spanischen Truppen zerstört und später von den Briten wieder aufgebaut. Die englischen Besatzer führten die Bauarbeiten am Castillo jedoch nicht zu Ende, da es nur eine Frage der Zeit war, bis die Spanier die Baleareninsel zurück eroberten.
Während ihrer Herrschaft benannten die Briten die Stadt um und sie hieß von da an Georgetown. Ebenfalls zu Beginn des 19. Jahrhundert erhielt die Ortschaft das Stadtrecht und konnte somit ihre Unabhängigkeit von Mao feiern.
Sehenswürdigkeiten und Freizeitaktivitäten
Eine große Besonderheit der Stadt Es Castell stellen die jährlich gegen Ende Juli stattfindenden Fiestas patronales de Sant Jaume dar. Diese Festivität ist für Urlauber eine hervorragende Möglichkeit, die einheimischen Inselbewohner und ihr südländisches Temperament hautnah zu erleben.
Zu Ehren von Sant Jaume zeigen die Reiter Artistik hoch zu Ross, die von traditioneller Volksmusik begleitet wird.. Bei einem Besuch dieser Veranstaltung sollten Urlauber eine Pomada unbedingt einmal probieren. Hierbei handelt es sich um Zitronenlimonade mit Gin, die das typische Getränk des Festes ist und in kleinen Plastikgläsern gereicht wird.
Das Castillo de San Felipe befindet sich in unmittelbarer Nähe der heutigen Stadt Es Castell und ist eine der wichtigsten Bauwerke der Region. Diese äußerst sehenswerte Burg wurde im 16. Jahrhundert errichtet und diente dem Schutz vor Angriffen der Osmanen.
1558 konnten die Arbeiten an diesem historischen Bauwerk fertig gestellt werden und von da an zog es immer mehr Siedler in die Ostspitze von Menorca.
Zusätzlich verfügt Es Castell über eine große Anzahl an Restaurants und Kultureinrichtungen, wie beispielsweise das Militärmuseum, das die Kriegsgeschichte der Insel dokumentiert.
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